Interessenverband des
Video- und Medienfachhandels
in Deutschland e.V.

 

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Jugendschutz: Filme / Spiele

Jugendschutz bei Filmen und Spielen

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat in Deutschland eine sehr hohe Bedeutung. In Einzelfällen dürfen deswegen sogar die Grundrechte von Erwachsenen eingeschränkt werden.

Gesetze

Die Grundlage des Jugendschutzes bei (Video-)filmen und Spielen bilden die folgenden zwei Gesetze: Jugendschutzgesetz (JuSchG) und Strafgesetzbuch (StGB):

Jugendschutzgesetz (JuSchG)
Paragraph 14 regelt, dass Kindern und Jugendlichen nur Bildträger und Spiele zur Verfügung gestellt werden dürfen, die von den obersten Landesbehörden für die jeweilige Altersstufe freigegeben worden sind. Fehlt den Filmen diese Freigabe, dürfen sie nur an Erwachsene abgegeben werden. Die Freigabe erfolgt i.d.R. vor der Veröffentlichung des Filmes.
Paragraph 18 regelt die Aufnahme von Schriften in eine Liste, die sogenannte Indizierung. Eine Schrift, die in die Liste aufgenommen ist, unterliegt starken Vertriebsbeschränkungen, so darf für diese z.B. nicht mehr öffentlich geworben werden.

Strafgesetzbuch (StGB)
Der Paragraph 131 StGB klärt, wann Filme wegen Gewaltdarstellung, Aufstachelung zum Rassenhass, etc. verboten sind. Eine Entscheidung darüber fällt letztendlich ein Gericht. Solche Filme dürfen auch Erwachsenen nicht mehr angeboten werden.

Nicht alle Medien sind für Kinder und Jugendliche geeignet...

Dass nicht jedes Kind schon jeden Film sehen darf, bedarf keiner Diskussion. Der Umgang mit Medien und das Verständnis, dass ein Film etwas anderes ist als die Realität, muss ein Kind erst lernen. Als Empfehlung für die Eltern und als verpflichtende Vorgabe für den Fachhandel und das Kino können Filme für Kinder und Jugendliche ab einem bestimmten Alter freigegeben werden. Ohne eine solche Freigabe, so bestimmt der Gesetzgeber, darf ein Film nur an Erwachsenen abgegeben werden. Das Gleiche gilt für Video- und Computerspiele.

Altersfreigaben

Filme und Spiele können mit folgenden Kennzeichen versehen werden:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Freigegeben ab 6 Jahren
  • Freigegeben ab 12 Jahren
  • Freigegeben ab 16 Jahren
  • Keine Jugendfreigabe  

Medien für Erwachsene

Über die Aufnahme von Medien in die Liste, also die Indizierung, wacht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), eine Bundesoberbehörde mit einer gerichtsähnlichen Funktion. Sie prüft seit 1954 Schriften (d.h. Printmedien, Filme, etc.) auf ihre Jugendgefährdung. Ist eine Schrift jugendgefährdend wird sie in eine Liste, den sogenannten Index, aufgenommen. Es werden aber keine Videofilme geprüft, die von der Freiwilligen Selbstkontrollen (FSK oder USK) freigegeben wurden. Bekannte Kinofilme, die auf Video indiziert wurden, sind z.B. "Rambo 3", "Cliffhanger", oder "Blade".

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften wird auf Antrag tätig und entscheidet durch das 12er-Gremium in Fällen sogenannter einfacher Jugendgefährdung, durch das 3er-Gremium in Fällen offenbarer Jugendgefährdung und im Eilverfahren. Die Mitglieder der Gremien werden durch den Bund, die Länder und verschiedene Verbände bestimmt. Eine Indizierung muss über den Bundesanzeiger bekannt gegeben werden.

Indizierten Medien dürfen Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich sein. Verboten ist das Anbieten, Überlassen oder Zugänglichmachen (zeigen, vorlesen, vorführen, etc.) indizierter Medien gegenüber Kindern oder Jugendlichen. Ebenso dürfen indizierte Inhalte nicht durch elektronische Informations- und Kommunikationsdienste zugänglich gemacht werden, sofern die Verbreitung des Inhalts nicht auf volljährige Nutzer beschränkt werden kann.

Verbote im Handel mit indizierten Medien:

  • Keine Werbung für indizierte Medien.
  • Kein Verkauf im Versandhandel oder am Kiosk.
  • Indizierte Medien dürfen nur "unter dem Ladentisch" verkauft werden.
  • Indizierte Medien dürfen nur in Ladengeschäften vermietet werden, in denen Kindern oder Jugendlichen der Zutritt untersagt ist. Diese Räume dürfen nicht von außen einsehbar sein.
Die gleichen Regeln gelten für den Vertrieb von pornographischen Medien.

Verbotene Filme

Die Verbreitung von Schriften (Filmen, Zeitschriften, Internetseiten, etc.) ist verboten, wenn diese folgende Inhalte haben:

  • Pornographie mit Kindern, Sodomie, etc.
  • Aufstachelung zum Rassenhass
  • Darstellung von grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorganges in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt.

Dies regelt das Strafgesetzbuch in den §§ 131 und 184.

 



 

 

Weitere Infos  
Jugendschutzgesetz (JuSchG)
Strafgesetzbuch (StGB)
Links  
Freiwillige Selbstkontrolle (FSK)
Software Selbstkontrolle (USK)
Bundesprüfstelle (BPjM)
      IInteressenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland e.V.  
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