Interessenverband des
Video- und Medienfachhandels
in Deutschland e.V.

 

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Jugendschutz: Gewalt

Gewalt in den Medien

Zur Gewaltdiskussion schrieb Der Spiegel im Juli 1999: "Die Diskussion um solche Fragen ist weit älter als das Kino. Schon in der Antike hatte der Philosoph Platon die düsteren Dramen seiner Zeitgenossen als gemeingefährlich kritisiert. Sein Kollege Aristoteles hielt dagegen, die blutrünstigen klassischen Tragödien dienten der seelischen Reinigung ("Katharsis") der Zuschauer. Über die Richtigkeit der einen oder der anderen (oder gar beider) Thesen streiten die Wissenschaftler bis heute.

Kindern müsse man "aggressive Phantasien" zugestehen, um "feindselige Gefühle stellvertretend ausleben zu können", forderte etwa der Psychoanalytiker Bruno Bettelheim (1903 bis 1990). Eine Gefahr seien Gewaltdarstellungen nur für "von Haus aus ernstlich gestörte Kinder"."

Was ist unter Gewalt im Film zu verstehen?

In der Diskussion um Gewaltdarstellungen in den Medien muss man abgrenzen, was noch akzeptiert werden kann und was verboten oder eingeschränkt werden muss. Ein völliges Verbot der Gewaltdarstellung wäre unsinnig, dann gäbe es weder eine Berichterstattung über Kriege und Gewalttaten noch die Ausstrahlung klassischer Theaterddramen. Vielmehr muss man Kinder und Jugendliche vor einer überzogenen Gewaltdarstellung schützen.

Die Bundesprüfstelle hält mediale Gewaltdarstellung besonders dann für problematisch,

  • wenn Gewalt in großem Stil und in epischer Breite geschildert wird;
  • wenn Gewalt als vorrangiges Konfliktlösungsmittel propagiert wird;
  • wenn die Anwendung von Gewalt im Namen des Gesetzes oder im Dienste einer angeblich guten Sache als völlig selbstverständlich und üblich dargestellt wird, die Gewalt jedoch in Wahrheit Recht und Ordnung negiert;
  • wenn Selbstjustiz als einziges probates Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit dargestellt wird;
  • wenn Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert geschildert werden.

Der Streit um die Wirkung von Mediengewalt

Der theoretische Ansatz "Mensch sieht Gewalt, Mensch reagiert" hat sich als zu mechanistisch herausgestellt. Bei dieser Art der Forschung werden andere Einflüsse auf den Menschen und seine Persönlichkeit nicht berücksichtigt. Sobald man diese aber mit untersucht wird die Forschung äußerst umfangreich und sehr schwierig. Eindeutige Ergebnisse sind fast nicht mehr möglich. Deshalb ist die Quintessenz der heutigen Forschung, dass mediale Gewalt immer ein Restrisiko der negativen Wirkung beinhaltet.

Amokläufe und Mediengewalt

Die tragischen Amokläufe der letzten Jahre in Littleton, Meißen, Bad Reichenhall, Erfurt und zuletzt in Emsdetten haben insbesondere Politiker dazu verleitet, einen Bezug zwischen den Taten und Gewaltmedien herzustellen: "Gerade bei jungen Menschen, die schreckliche Gewalttaten verübt oder konkret geplant haben, sind Gewaltvideos gefunden worden." (BR-Drucksache 746/99). Dass das reine Auffinden von Dingen wenig über einen Zusammenhang mit einer Tat aussagt, wird dabei "übersehen". Erheblich sinnvoller als konstruierte Bedeutungszusammenhänge ist die Beschäftigung mit den Ursachen solcher Taten.

Leider stehen die Experten "bei der Erforschung des Phänomens noch weitgehend im Dunkeln" (Spiegel, 1.November.1999). Sicher ist hingegen, dass es Amokläufe schon vor der Zeit des Videofilms gegeben hat und dass es zu den tragischen Vorfällen mehr als ein Erklärungsmuster gibt.



 

 

Weitere Infos  
Memorandum "Gewaltmedien"
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